Manche Häuser erzählen Geschichten. Die Linde schreibt sie seit über zwei Jahrhunderten mit.
Seit 1823 ist unser Gasthof im Herzen von Löffingen fest in den Händen der Familie Meßmer. Was als kleine Tafernenwirtschaft für Pilger und Marktleute begann, wird heute bereits in der 6. und 7. Generation als modernes, nachhaltiges Gasthaus geführt. Begleiten Sie uns auf eine kulinarische Zeitreise durch sieben Generationen gelebte Schwarzwälder Gastfreundschaft.
1823–1832: Das Fundament und das „Tafernenrecht“
Alles begann mit Thadä Meßmer (1786–1863). Der gelernte Bäcker und Buschwirt wagte 1823 den großen Schritt und baute in der oberen Hauptstraße das heutige Stammhaus der „Linde“. Das Fundament hat eine ganz besondere Seele: Es wurde mit den Steinen der ehemaligen Kümmerniskapelle errichtet, die zuvor an diesem Platz stand.
Als sein Schwiegervater Josef Bleiler 1825 auf sein Braurecht im Gasthaus Adler verzichtete, floss in der Linde das erste selbstgebraute Bier. Wenige Jahre später, im Jahr 1832, folgte der ritterschaftliche Ritterschlag für das Haus: Die großherzoglich-badische Regierung des Seekreises Konstanz verlieh Thadä Meßmer das offizielle Recht, eine Tafernenwirtschaft zu führen. Ab diesem Moment war die Linde eine offizielle Zuflucht für Reisende: Es durften warme Speisen serviert, Bier, Wein und „gebrannte Wässer“ ausgeschenkt sowie Gäste und deren Pferde beherbergt werden.
Mitte des 19. Jahrhunderts: Wein, Korn und Markttage
Unter der Führung von Sohn Karl Meßmer (1832–1916) und später Enkel Ernst Meßmer (1869–1943) florierte das Haus. Löffingen war bis 1901 ein bedeutender Knotenpunkt für den wöchentlichen Kornmarkt. Jeden Montag, wenn die Händler in die Stadt strömten, herrschte in der Linde Hochbetrieb. Um den enormen Durst und Hunger der Gäste zu stillen, lagerten im tiefen Keller des Hauses stolze 24.000 Liter Wein – und jeden Montagmorgen wurde ein Kalb aus der eigenen Landwirtschaft geschlachtet.
1945: Ein kulinarischer Gruß aus Frankreich
In der vierten Generation übernahm Ernst Josef Meßmer (1897–1950) das Ruder. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte ein einschneidendes Kapitel: Das Gasthaus wurde von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Die Familie musste bleiben und täglich 120 französische Soldaten bekochen. Uroma Paula erzählte später oft davon, wie aus dieser Not eine Tugend wurde: Die Wirtsleute lernten von den Besatzern die Finessen der französischen Küche. Es war der Beginn eines kulinarischen Blicks über den Tellerrand, der die Linde bis heute prägt.
1971: Vom Bauernhof zum Traditions-Gasthaus
Mit Rolf Meßmer (geb. 1940) und seiner Frau Ingrid zog 1971 der Wandel ein. Der gelernte Bankkaufmann erkannte, dass die Zukunft der Linde im Tourismus lag. Die Jahrhunderte alte Landwirtschaft im Haus wurde aufgegeben und das einstige Ökonomiegebäude mit viel Mut zu einem modernen Hotel-Gästehaus umgebaut.
Es waren die Jahrzehnte des Aufbruchs: Während des Baus der Bundesstraße B312 und durch die Ansiedlung großer Löffinger Firmen wie Revox oder WST bekochte die Linde täglich über 70 Mittagsgäste. Im Laufe der Jahre verlagerte sich das gesellige Leben schließlich immer mehr in die gemütlichen Abendstunden.
Seit 2002: Die Genuss- & Naturpark-Ära
Im Jahr 2002 übergab Rolf das Zepter an seinen Sohn Michael Meßmer und dessen Frau Christina. Als leidenschaftlicher Küchenmeister setzte Michael völlig neue Akzente. Er verschrieb das Haus konsequent der Nachhaltigkeit und Regionalität. Seit 2013 ist die Linde ein stolzes Naturparkhotel mit geprüftem Umweltmanagementsystem. Fantastische 95 % aller Rohstoffe stammen heute direkt von Erzeugern aus unserer Heimat.
Eine von Michaels Spezialitäten ist die Zubereitung und Anbietung von kreativen und hausgemachten vegetarischen Gerichten. Das Fleisch wird zur Beilage.
Die selbstgepflückten Wildkräuter spielen in der auf regional uns saisonal ausgerichteten
Küche eine Hauptrolle.
Aber auch Fleischliebhaber kommen nicht zu kurz. So bieten wir fast das ganze Jahr über Wild aus heimischer Jagd in allen erdenklichen Variationen an.
Sogar Spitzenpolitiker wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann durften wir bereits bei Staatsbesuchen in der Deutschen Botschaft in Spanien (2016 und 2018) kulinarisch verwöhnen.
2022: Die Zukunft sichern – Das Projekt „Lindeglück“
Heute steht mit Sohn Marc Meßmer und seiner Frau Anna bereits die 7. Generation in den Startlöchern. Dass den beiden die Geschichte Löffingens genauso am Herzen liegt wie ihren Vorfahren, bewiesen sie im Jahr 2022: Sie retteten das angrenzende, über 400 Jahre alte historische „Baderhaus“ vor dem Abriss. Mit unendlich viel Liebe zum Detail sanierten sie das geschichtsträchtige Gebäude und schufen vier moderne und charmante Wohneinheiten. Die perfekte Symbiose aus historischem Erbe und modernem Urlaubsflair.
Die Linde heute: Ein echtes Familienwerk
Wenn heute drei Generationen der Familie Meßmer am Tisch sitzen, wird viel gefachsimpelt. Die Zeiten ändern sich, der raue Ton alter Großküchen ist längst einem familiären, internationalen Miteinander gewichen. Doch eines ist in über 200 Jahren gleich geblieben: Unsere Leidenschaft, Ihnen eine Heimat auf Zeit zu schenken.
Kommen Sie vorbei, nehmen Sie Platz und werden Sie Teil unserer Geschichte!













